Geschichte des Vereins

GV „Eintracht“ Kapsweyer e.V.

Der GV „Eintracht“ Kapsweyer, Mitglied des Pfälzischen Sängerbundes, ist innerhalb des Kreischorverbandes Südpfalz der Weintorgruppe zugeordnet.

In unserem fast 1000 Einwohner zählenden, am Rande der Haardt und unweit des Deutschen Weintores liegenden Dorf, ist der Gesangverein mit seinen ca. 80 Mitgliedern eine von acht tragenden Säulen der Dorfgemeinschaft. Jeden Donnerstag um 20.00 Uhr trifft man sich im Sängerheim zur Singstunde. Unser Chorleiter, Herr Wolfgang Pulvermacher, trainiert uns dann in 90 Minuten um uns chormusikalisch weiterzuentwickeln. Dabei stehen Präzision, gute Intonation und Freude am Singen an vorderster Stelle und so wird jede dieser Singstunden zu einem schönen Erlebnis; sowohl für den Chorleiter als auch für die Sänger und Sängerinnen.

Aber nicht nur unser jetziger Chorleiter hat uns gut im Griff. Auch seine Vorgänger gaben ihr Allerbestes für Ihren Chor und haben ihn zu vielen Erfolgen geführt. Natürlich waren auch die Vorstände jederzeit für ihren Verein da und haben zusammen mit ihrem Gefolge die Vereinsgeschicke gelenkt.

Begonnen hat dies im Jahre 1909 mit der Gründung des MGV „Eintracht“ Kapsweyer.
Jakob Heil als 1.Vorsitzender und Lehrer Stets als Chorleiter führten den Verein bis zum 1. Weltkrieg 1914. Nach dem Krieg blühte die Vereinstätigkeit im Jahre 1919 wieder auf.
Die Vereinsvorsitzenden Valentin Gimmel, Simon Brand, Jakob Vogel, Josef Jud und die Chorleiter Lehrer Frank, Lehrer Bouorgett, Otto Rinck und Lehrer Avril in Folge lenkten und bildeten den MGV „Eintracht“ bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939.
Mit Ihrem Wirken schufen sie ein reiches Erbe für ihre Nachwelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der Heimkehr der Kriegsgefangenen besann man sich um so mehr der Zusammengehörigkeit in einem Verein. Man fand wieder einen Chorleiter und begann 1950 als Männerchor wieder mit dem Chorgesang im MGV „Eintracht“.
In die Folge der Vorstände reihten sich Emil Huck Sen., Valentin Braun, Ludwig Bersch, Emil Getto, Eduard Grißmer, Ernst Himpel, Josef Jöckle, Rosemarie Krieger, Michael Paul. Heute wird der Verein von Stefan Zirker mit sicherer Hand geführt.

Als Chorleiter lösten sich ab Otto Rinck, Arthur Böhles, Felix Heid, Josef Betz, wieder Felix Heid, Franz Bleicher und schließlich Wolfgang Pulvermacher. Am längsten hielt Chorleiter Franz Bleicher den Dirigentenstab. Als 30-jähriger junger und dynamischer Dirigent übernahm er 1966 den Männerchor von Felix Heid. Unter seiner Leitung entstand in den Jahren 1968 bis 1970 aus dem nicht mehr singfähigen Männerchor und dem ebenfalls nicht mehr singfähigen Kirchenchor der Gemischte Chor „Eintracht“ Kapsweyer, welcher fortan auch bei festlichen Anlässen die Aufgaben eines Kirchenchores übernahm. Geistliche und weltliche Chorwerke werden von den Sängerinnen und Sängern seither gleichermaßen gerne einstudiert. Bei vielen erfolgreichen Liederabenden, Chorkonzerten und Kirchenkonzerten war immer wieder zu erkennen, was Gemeinschaftssinn, Chorgeist und gegenseitiges Vertrauen von Chorleiter und Chor zu schaffen vermag. Hierbei schöpften sowohl der Chorleiter wie auch die Sängerinnen und Sänger immer wieder Kraft und Mut Neues zu beginnen. So wurde 1991 erstmals eine Auswahl des Liedgutes auf Tonträger festgehalten und somit unter der Leitung von Chordirektor Franz Bleicher eine bleibende Erinnerung unseres Chors geschaffen. Im Jahre 1994 musste Herr Bleicher leider aus gesundheitlichen Gründen seine Chorleitertätigkeit einschränken und den Dirigentenstab des GV „Eintracht“ weiterreichen. Dabei überließ er seinen Chor nicht einfach einem ungewissen Schicksal, sondern er legte dessen musikalische Entwicklung in die Hände des erfahrenen und dynamischen Kirchenmusikers und Chordirektors Wolfgang Pulvermacher. Bald haben wir Herrn Pulvermacher als chormusikalischen Fachmann respektiert und ihn recht schnell voll in unsere Gemeinschaft integriert.

Aber lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:
Mit dem gemischten Chor in Kapsweyer steht mir ein ganz ausgezeichnetes Ensemble gegenüber. Nicht nur die Fähigkeit zu einer wirklich sauberen und wohlklingenden Intonation, sondern auch das musikalische Gespür des Chorensembles für Gestaltung und präzise Phrasierung bilden die Grundlage für „Fine-Art-Chormusik“, die hier angestrebt und immer wieder Realität wird. Mit dem Kapsweyrer Ensemble lassen sich die Grenzen üblicher Vereinchormusik weit überschreiten und so lässt sich ein Repertoir erarbeiten, das seines gleichen sucht. Da begeistern präzise Stimmführung in quirligen Madrigalen ebenso wie in gefühlvoll musizierten Jazzsätzen. Da fügen sich vor Leben sprühende Tonketten zu Motteten verschiedener Epochen, da schimmert goldener Glanz auf der Musik der Mozartwerke, da flutet echte Rührung und Anmutung durch die Interpretation der romantischen Chorwerke. Herbe und glasklare Tonalität bestimmt die Interpretation etwa der Distlersätze des frühen 20. Jahrhunderts. Sicheres Gefühl für Rhythmus spiegelt sich in den swingenden und jazzigen Volksliedbearbeitungen und Gospels ebenso wie die Fähigkeit, zeitgenössische Harmonien ohne Verlust an Intonation zu realisieren. Und schließlich fehlt auch nicht die „pälzische“ heimatliche Fröhlichkeit, die sich in den rheinländischen Wein- und Trinkliedern in munteren Farben Ausdruck verschafft. Immer wieder macht es Freude, den Chor auf den neueren MC`s und CD`s zu hören, aber am schönsten ist es bei einer gelungenen Live – Darbietung. Bedauerlich scheint mir nur die Erfahrung zu sein, dass die hohe Qualität der Chormusik aus Kapsweyer eher in einem treuen überregionalen Publikum geschätzt wird und der Besuch örtlicher Konzerte noch Kapazitäten freilässt. Wenn es der Chor weiterhin schafft, immer wieder junge Sängerinnen und Sänger in seine Reihen aufzunehmen und das außerordentlich niedrige Durchschnittsalter zu halten, dann steht ihm in Anbetracht seiner musikalischen Qualitäten mit Gottes Hilfe eine große Zukunft bevor.“

Diese Darstellung und Einschätzung unseres Chors durch unseren Chorleiter erlaubt uns sicher ein wenig stolz auf unsere Leistungen zu sein.

Wenn auch ein Chor vom Lob oder von positiver Kritik des Chorleiters und des Publikums zehrt, so sollte uns dennoch der letzte obige Satz unseres Chorleiters fortan ein Leitfaden sein in der Erfüllung unserer Aufgabe als Gesangverein. Unser Ziel ist und bleibt die Pflege des Liedes sowie die Förderung und Ausbreitung des deutschen Chorgesanges ohne Absicht auf Gewinnerzielung und ausschließlich zum Zwecke der Volksbildung und der Kunstpflege.

So wie jeder von uns die Möglichkeit hat in einem Gesangverein mitzumachen, so wollen wir unseren Kindern und Enkelkindern eben diese Möglichkeit aufrecht erhalten. Nicht die Singstunden, Liederabende, Konzerte oder sonstige Auftritte in der Öffentlichkeit tragen unsern Verein, vielmehr sind es der Gemeinschaftssinn, der Vereinsgeist und die gemeinsamen Aktivitäten aus denen vorgenannte Anlässe erwachsen. Gemeinsam unternehmen wir Ausflüge, veranstalten im Sommer mit Kind und Kegel unsern Familientag und im Herbst den Kameradschaftsabend und sind bei besonderen Anlässen der Dorfgemeinschaft aktiv. Jeder beteiligt sich dabei im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Jeder sollte sich über das Angebot freuen, in einem Chor mitsingen und Chorgemeinschaft miterleben zu können nicht zuletzt im Sinne der Erhaltung desselben für unsere Nachkommen.

Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen.

Ganz gleich wie alt oder wie jung Sie sind, wenn Sie gerne singen oder gar schon irgendwann einmal den Wunsch verspürt haben in einem Chor zu singen, überdenken Sie bitte Ihre Möglichkeiten und machen Sie mit.

Freuen Sie sich mit uns.
Wir freuen uns auf Sie.

GV „Eintracht“ Kapsweyer